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Federgabel einstellen

 

Zahlreiche Einstellmöglichkeiten beeinflussen die Eigenschaften der Federgabel sehr stark. Von unsensiblem Ansprechen und springenden Gabelholmen bis zu trägem Verhalten mit ständigen Durchschlägen ist alles möglich. Das Ideal liegt irgendwo dazwischen. Wo genau, lässt sich durch ein paar Handgriffe schnell herausfinden. Zuerst muss der richtige Negativfederweg (Sag) ermittelt werden. Das sorgt für die optimale Ausnutzung des Federwegs und für ein sensibles Ansprechverhalten. Nach der Optimierung von Zug- und Druckstufendämpfung federt die Gabel auch mit der richtigen Geschwindigkeit ein und aus.

Das richtige Setup des Fahrwerks entscheidet bei einem Mountainbike über Fahrspaß und Fahrkomfort. Bei einer zu harten Federgabel und Dämpfer Einstellung neigt das MTB zum hüpfen und wird in holprigem Gelände leicht unruhig. Bei einem zu weichen Setup verpufft Energie unötig in Federgabel und Dämpfer. Zudem besteht die Gefahr das vor allem der Dämpfer in hartem Gelände durchschlägt und beschädigt wird. Die Kunst einer Fahrwerkseinstellung ist genau den Mittelweg zwischen beiden Extremen zu finden. Aber wie dabei vorgehen?

Federgabel optimal einstellen

Es gibt verschiedene Tabellen die bestimmte Drücke für Federgabel je nach Fahrergewicht vorschlagen. Diese könnt ihr getrost vergessen. Aus unserer Erfahrung heraus passen diese Angaben selten. Für das Federgabel Setup benötigt ihr lediglich eine Dämpferpumpe, eine Schere und einen Kabelbinder. Den Kabelbinder befestigt ihr an einem der beiden Tauchrohr. Und zwar so das die Kabelbinder bei einem stehendem Mountainbike nicht nach unten rutschen. Jetzt steigt ihr vorsichtig auf das Bike und setzt euch langsam auf den Fahrradsattel. Dabei solltet ihr möglichst wenig Druck auf die Federgabel ausüben. Nun setzt verlagert ihr euer Gewicht langsam nach vorne und zwar so wie wenn ihr normal auf der Straße fahren würdet. Dabei ist es hilfreich wenn ihr einen Schemel neben das Bike stellt um euch mit einem Bein abzustützen. Wenn euch ein Freund beim Einstellen der Federgabel hilft – umso besser. Jetzt wird die Federgabel ein wenig nachgeben und eintauchen. Diese nennt man Sag oder negativen Federweg. Bei Cross Coutry Mountainbikes sollte der Sag ungefähr 20% des Gesamtfederwegs ausmachen, bei All Mountains Bike ca. 25%.

Beispiel 1:
Federgabel, 100 mm Federweg, XC Einsatz: Sag von 20 mm

Beispiel 2:
Federgabel, 140 mm Federweg, AM Einsatz: Sag von 35 mm

Die Beispiele sollen euch einen Anhaltspunkt geben um wie viel die Gabel eintauchen soll. Wenn ihr jetzt wieder vom Mountainbike steigt, geht die Federgabel wieder in den Ausgangszustand zurück. Jetzt könnt ihr den Abstand zwischen dem Kabelbinder und der Tauchrohreinheit messen. Dieser Wert entspricht dem Sag.

Dieses Vorgehen wiederholt ihr ein paar Mal, damit ihr einen verlässlichen Sag-Wert erhaltet.

Wenn ihr nun das Beispiel 2 als Referenz: Wenn der Sag nun lediglich 25 mm beträgt, muss Luft aus der Federgabel heraus. Dazu setzt ihr die Dämpferpumpe an und benutzt das Ablassventil. Geht dabei immer in kleinen Schritten vor. Nun messt ihr den Sag erneut. Das macht ihr solange bis ihr den Idealwert – in Beispiel 2 sind das 35 mm Sag – erreicht habt. Sofern euch das Setup im Gelände dann doch zu weich ist, pumpt ihr 2-3 Stöße nach und testet das Fahrverhalten erneut. Tipps zur Dämpfer Einstellung erhaltet ihr in einem eigenen Artikel.